Schweizerische Gesellschaft
für Bedrohte Sprachen

Feldforschung in Thailand und Burma, Juni–Juli 2013

Rachel Weymuth

Das Ziel meiner Feldforschung war, Daten zur Negation für meine Masterarbeit zum Thema Negation in the Austroasiatic languages zu den Sprachen Mon und Palaung zu erhalten. Dafür hatte ich vorgängig einen Fragebogen (246 Sätze) auf Englisch erstellt, der anschliessend von Mathias Jenny ins Thai (fürs Mon in Sangkhlaburi, Thailand) und von einem burmesischen Informanten (fürs Palaung in Mandalay, Burma) ins Burmesische übersetzt wurde.

Sangkhlaburi, Thailand, 1. bis 6. Juni 2013 (Mon)

Die Brücke Sapan Mon (links) | Gewitterstimmung über dem Tal (rechts)

In Sangkhlaburi konnte ich eine 53-jährige Frau interviewen, sie übersetzte sämtliche Sätze meines Fragebogens ins Mon. Da sie kaum Englisch sprach und meine Kenntnisse in Thai und Burmesisch nicht sehr weit reichen, war die Übersetzung des Fragebongens ins Thai äusserst nützlich. Dennoch hat sich gezeigt, dass es von Vorteil ist, wenn man sich mit den Informanten mindestens so weit verständigen kann, dass Nachfragen möglich sind. Dies insbesondere, wenn man nur eine kurze Zeit am Ort ist und Informationen zu einem bestimmten Thema erhalten möchte.

Eine Erleichterung war, dass das "Feld" schon von Mathias Jenny vorbereitet war, da er während mehrerer Jahre in Sangkhlaburi Feldforschung betrieben hat.

Mandalay, Burma, 29. Juni bis 12. Juli 2013 (Palaung)

Im Kloster Phaung Daw Oo (links) | Essstände im Kloster (rechts)

Die Situation im Kloster Phaung Daw Oo in Mandalay war insofern einfacher, als alle Informantinnen und Informanten zumindest grundlegende Kenntnisse des Englischen hatten. So konnte ich schon während der Interviews nach der Bedeutung einzelner Wörter oder nach möglichen Varianten fragen und die Sätze zumindest teilweise glossieren. Insgesamt konnte ich fünf junge Leute interviewen, jedoch sprachen nicht alle dieselbe Varietät des Palaung.

An einem Sonntag arrangierten drei junge Leute einen Besuch für mich im Kloster Taan Pariyatti, einem Palaung Kloster in Mandalay, wohin sie mich auch begleiteten. Dort übersetzte mir der oberste Mönch einen Teil der Sätze meines Fragebogens und er und meine Begleiter erzählten mir auch einiges über die Palaung.

Im Kloster Phaung Daw Oo war ich sehr gut aufgehoben. Viele haben sich dafür eingesetzt, dass ich die gewünschten Informationen erhielt und auch, dass meine täglichen Bedürfnisse gedeckt waren. Mein besonderer Dank gilt Myat Mon Thu, die alles organisiert hat und da war, wenn ich Hilfe brauchte, sowie meinen Informantinnen und Informanten Ei Khaung, Naing Aung, Aike Tun, U Obhasa und Tan Dar Shwe, die sich Zeit genommen haben, obwohl ihr Arbeits- und "Lerntag" oft von morgens um sechs bis abends um zehn Uhr dauert.

Meine durchwegs positiven Erfahrungen und die Tatsache, dass im Kloster Phaung Daw Oo ausser Palaung auch Sprachen von anderen ethnischen Minderheiten gesprochen werden, machen diesen Ort sehr geeignet zur Feldforschung. Es ist ein neuer Kontakt, der aufrechterhalten werden sollte.

Palaung-Kalender: Links oben die Flagge der Palaung, unten Frauen in typischer Tracht