Schweizerische Gesellschaft
für Bedrohte Sprachen

Sprachforschung in Chintang 2013, Januar–Februar 2013

Marcel Sanjuan

Alle Elizitationen wurden zwischen dem 22.1.2013 und dem 11.2.2013 gemacht, die meisten davon in Chintang selber. Letzte Zweifel konnten an der Uni in Kathmandu dank einigen Mitarbeitern des CPDP-Projekts beseitigt und repräsentative Beispielsätze gefunden werden. Informanten waren ausschliesslich Chintang Muttersprachler, die Nepali und teilweise auch Englisch sprechen.

Es wurden etwa 50 als Ideophone glossierte, reduplizierte Chintang Adverbien, auf ihre semantische Funktion untersucht. Ziel war es, Adverbien, welche spatial motion beschreiben von den Übrigen abzugrenzen und ihre Bedeutung so genau wie möglich zu erfassen. Zusätzlich wurde ein grosser Teil der untersuchten Adverbien auf Video aufgenommen. Ein Informant hat dabei als Schauspieler fungiert. Der Grund hierfür war einerseits um zu überprüfen ob das, was verstanden und als Information in die Arbeit aufgenommen wurde auch den Vorstellungen der Informanten entsprach, andrerseits um etwas Material mitzubringen, was für den Korpus oder für Präsentationen nützlich sein könnte. Die Resultate sind als Clips im Ordner Videomaterial zu finden und mit dem VLC-player abspielbar.

Bei der Abklärung was nun genau die semantischen Funktion der einzelnen Adverbien ist konnten ca. 20 neue Adverbien entdeckt und über 50 genauer definiert werden. Die neuesten Erkenntnisse wurden vor Ort ins neue und aktuell zum glossieren verwendete Wörterbuch aufgenommen. (MSJ100-MSJ120 im Chintang_Lex)

Schwierigkeiten stellten sich folgender Art: Da die zu klärenden Fragen hauptsächlich semantischer Art waren musste man relativ differenziert fragen und bekam auch komplexe Antworten zurück, was sich auf Nepali oft schwierig war. Auch auf Englisch kam man nicht immer zu den gewünschten Informationen, da die Englisch Kenntnisse der Informanten beschränkt waren. Mit Hilfe war es aber möglich, die meisten offenen Fragen zu klären.

Die Bedeutung der reduplizierten Adverbien scheinen den jüngeren Sprechern nicht immer ganz klar zu sein. Die grosse Ähnlichkeit, und der geringe Kontrast vieler Ideophone stellte eine weitere Schwierigkeit dar, vor allem ausserhalb des Kontextes und bei mangelhaften Beispielen. Es tauchten auch wiederholt Widersprüche auf, die es zu beseitigen galt.

Was jedoch die Zielsetzung anbelangt bin ich mit der Arbeit und dem Aufenthalt in Chintang sehr zufrieden. Die Zeit hat gerade gereicht um an die gewünschten Informationen zu kommen und mit allem was bis zu jenem Zeitpunkt nötig war fertig zu werden. Das Gelernte wird mir sicher bei zukünftigen Projekten und Feldforschungen nützlich sein.

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